REISEBERICHT

Norwegen 2026

Auf nach Norwegen! Diesmal geht es über Rostock und Trelleborg Richtung Norden – mit den Lofoten als großem Ziel. Die Route ist geplant, doch wir lassen uns überraschen, wie viel davon am Ende Wirklichkeit wird. Die Vorfreude ist riesig und ein bisschen Aufregung gehört natürlich dazu. Denn diesmal starten wir mit unserem eigenen Wohnmobil. Globi ist gepackt – Norwegen, wir kommen!

Beginn 06.09.202622 Reisetage6.112 km
Tag 01

1 Nacht
Tagesroute
Wittchenau - Rostock
Tageskilometer
460 km

Übernachtung

Mecklenburg-Vorpommern (Schiff)

Ausstattung
Shop, Duschen, Toiletten

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Gegen 10 Uhr war der Camper fertig gepackt und bereit für die Reise. Bevor es endgültig losging, stand noch ein kurzer Gewichtscheck an. Mit rund 3,4 Tonnen lagen wir gut im Rahmen und hatten sogar noch etwa 100 Kilogramm Reserve. Damit konnte die Reise Richtung Rostock beginnen.

Auf der Autobahn war einiges los und zwischendurch hieß es immer wieder warten. Insgesamt kamen wir aber recht gut voran und erreichten bereits am späten Nachmittag den Hafen von Rostock. Da unsere Fähre erst am Abend ablegen sollte, blieb zunächst reichlich Zeit zum Warten.

Gegen 19 Uhr machten wir uns langsam auf den Weg zum Check-in. Auch dort war noch einmal Geduld gefragt. Nach und nach ging es weiter durch die verschiedenen Wartebereiche, bis schließlich zunächst die Lkw und später auch wir an Bord fahren durften. Über eine überraschend steile Rampe ging es hinauf auf die Fähre und zu unserem Stellplatz auf dem Fahrzeugdeck.

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach unserer Kabine. Die langen Gänge mit ihren vielen Türen sorgten kurzzeitig für etwas Orientierungssuche, doch schließlich war das richtige Zimmer gefunden. Die Kabine war zweckmäßig eingerichtet und bot alles, was wir für die Überfahrt brauchten.

Natürlich wollten wir das Ablegen nicht aus der Kabine erleben. Also ging es noch einmal hinaus aufs Deck – zunächst auf die falsche, dann schnell auf die richtige Seite. Kurz vor 22 Uhr setzte sich die Fähre in Bewegung. Die nächtliche Ausfahrt aus dem beleuchteten Hafen war ein beeindruckender Auftakt unserer Reise. Unterwegs begegnete uns sogar noch eine weitere Fähre.

Wir blieben draußen, bis die Lichter des Hafens langsam hinter uns verschwanden. Danach ging es zurück in die Kabine. Der erste Reisetag endete damit ruhig auf der Ostsee – und mit der Vorfreude auf das, was am nächsten Morgen in Schweden auf uns warten würde.
Tag 02

1 Nacht
Tagesroute
Trelleborg - Lysekil
Tageskilometer
421 km

Übernachtung

Husbilsparkering Basteviksholmarna

Adresse
Slättna Basteviksholmen 601453 92 LysekilSchweden
Kontakt
+46 723-240 033lysekilsmarina.se
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Der Tag begann ausgesprochen früh. Bereits um 4:40 Uhr wurden wir durch eine Borddurchsage geweckt: In etwa einer Stunde sollte die Fähre in Trelleborg anlegen. Nach einer ziemlich kurzen Nacht blieb gerade noch Zeit, sich frisch zu machen und die Sachen zusammenzupacken, bevor es zurück auf das inzwischen gut gefüllte Fahrzeugdeck ging.

Dort hieß es zunächst noch einmal warten. Viele Motoren liefen bereits, obwohl sich noch nichts bewegte. Nach etwa einer halben Stunde ging es schließlich los – und das Verlassen der Fähre ging deutlich schneller als die Auffahrt am Abend zuvor.

Gegen 5:30 Uhr hatten wir schwedischen Boden unter den Rädern. Draußen war es noch dunkel und entsprechend ruhig. Über die E6 machten wir uns auf den Weg Richtung Norden. Unser Tagesziel war Basteviksholmarna, ein Stellplatz an der schwedischen Westküste, den wir bereits von einer früheren Reise kannten.

Langsam wurde es heller und unterwegs wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt. Auf der einen Seite leuchtete der Himmel, während sich auf der anderen Seite das Meer unter einer Wolkendecke zeigte. Ein schöner erster Eindruck von Schweden.

Irgendwann meldete sich der Hunger. Für ein richtiges Frühstück war es noch etwas früh, also musste zunächst eine unkomplizierte Lösung her. Nach einiger Suche fanden wir eine geöffnete Möglichkeit für Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen. Da es drinnen überraschend kalt und wenig gemütlich war, nahmen wir alles kurzerhand mit zurück in den Camper.

Danach folgte eine lange und weitgehend ruhige Fahrt Richtung Norden. Gegen 11:30 Uhr erreichten wir schließlich Basteviksholmarna – und wurden nicht enttäuscht. Der Platz war genauso schön, wie wir ihn von unserem letzten Besuch in Erinnerung hatten.

Wir bezogen unseren reservierten Stellplatz, richteten den Camper zum Meer aus und machten anschließend eine erste kleine Runde über das Gelände. Das Wetter zeigte sich freundlich, wenn auch ziemlich windig. Zwischendurch schaffte es sogar die Sonne durch die Wolken.

Für unerwartete Abwechslung sorgte eine Übung des schwedischen Militärs auf dem Wasser. Mehrere schnelle und gut getarnte Boote bewegten sich vor der Küste. Teilweise musste man schon sehr genau hinsehen, um sie überhaupt auf dem Wasser auszumachen.

Danach ging es zurück zum Camper. Nach der frühen Überfahrt und den ersten Kilometern durch Schweden war jetzt der gemütliche Teil des Tages angesagt: ankommen, den Blick aufs Meer genießen und langsam auf den Abend vorbereiten.

Ein ruhiger und schöner erster Tag in Schweden – und wieder ein Stück weiter auf unserem Weg Richtung Norden.
Tag 03

1 Nacht
Tagesroute
Basteviksholmarna - Hunderfossen
Tageskilometer
460 km

Übernachtung

Hunderfossen Eventyrpark

Adresse
Fossekrovegen 222625 FåbergNorwegen
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Nach einem einfachen Frühstück mit Kaffee starteten wir gegen 10:30 Uhr in den nächsten Reisetag. Bei leichtem Wind und Regen machten wir uns auf den Weg Richtung Norwegen. Unser heutiges Ziel war ein Campingplatz bei Lillehammer.

Bevor wir Schweden hinter uns ließen, legten wir noch einen letzten Tankstopp vor der norwegischen Grenze ein. Die Gelegenheit nutzten wir gleichzeitig für eine Mittagspause und probierten einen Burgerladen aus. Die Burger waren wirklich lecker, bei den Beilagen war dagegen noch etwas Luft nach oben.

Anschließend ging es weiter Richtung Oslo und schließlich hinein in die norwegische Landschaft. Unterwegs tauchten die ersten großen Seen auf und vermittelten einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Tagen noch erwarten sollte. Besonders beeindruckend war der riesige Mjøsa, Norwegens größter See.

Im Laufe des Tages besserte sich auch das Wetter deutlich. Lillehammer erreichten wir schließlich bei Sonnenschein. Von dort führte die Strecke noch ein Stück bergauf bis zu unserem Campingplatz.

Nach einer kurzen Anmeldung an der Rezeption konnten wir unseren Stellplatz beziehen – und der erste Eindruck war hervorragend. Viel Grün, eine schöne Lage direkt am Wasser und sehr gepflegte Sanitäranlagen. Dazu gab es eine Küche und einen Waschraum, alles machte einen ausgesprochen sauberen und ordentlichen Eindruck.

Nachdem der Camper stand, kamen Tisch und Stühle heraus und wir machten es uns gemütlich. Zum Abendessen gab es ganz unkompliziert belegte Brote mit Tomaten. Bei einem Bier ließen wir den Tag entspannt ausklingen.

Damit endete unser erster richtiger Reisetag in Norwegen – auf einem wunderschönen Campingplatz am Wasser und mit Vorfreude auf die nächsten Etappen.
Tag 04

1 Nacht
Tagesroute
Hunderfossen - Opdal
Tageskilometer
280 km

Übernachtung

Granmo Camping

Adresse
Dovreveien 6387344 OppdalNorwegen
Kontakt
+47 99642947granmocamping.no
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Gegen 9:30 Uhr starteten wir in Richtung Oppdal. Bevor es jedoch weiter nach Norden ging, wollten wir noch eine der bekannten norwegischen Stabkirchen besuchen. Unser erster Stopp führte uns deshalb zur Ringebu Stabkirche.

Schon die Fahrt dorthin führte durch eine wunderschöne Landschaft. An der Kirche angekommen, hatten wir allerdings weniger Glück: Sie war geschlossen. Aber auch von außen sind die alten norwegischen Stabkirchen beeindruckend. Also nutzten wir die Gelegenheit für einen Spaziergang rund um die Kirche und über den angrenzenden Friedhof, bevor es weiterging.

Unser nächstes Ziel war das Dovrefjell. Hier wollten wir mit etwas Glück die berühmten Moschusochsen sehen. Auf dem Weg dorthin zeigte sich Norwegen erstmals so, wie man es sich aus vielen Bildern vorstellt: Die Straße führte immer weiter hinauf, umgeben von Bergen, karger Landschaft und den ersten schneebedeckten Höhen. Natürlich mussten wir unterwegs einige Fotostopps einlegen.

Am Dovrefjell angekommen, stellten wir fest, dass wir den letzten Bus zu einem der Aussichtspunkte bereits verpasst hatten. Eine Alternative war jedoch schnell gefunden. Über eine gebührenpflichtige Straße gelangten wir zu einem höher gelegenen Parkplatz, von dem aus wir zu Fuß weitergehen konnten.

Der Weg hinauf sah zunächst recht harmlos aus, erwies sich dann aber doch als anstrengender als gedacht. Mit zunehmender Höhe wurde dafür die Aussicht immer beeindruckender. In der Ferne konnten wir beobachten, wie Wolken über die Berge zogen und einzelne Regenschauer über die Landschaft wanderten.

Oben angekommen, erreichten wir eine außergewöhnlich schön gestaltete Aussichtshütte. Im Inneren sorgte ein Kaminfeuer für Wärme, während eine große Glasfront einen geschützten Blick über die Landschaft ermöglichte. Draußen lagen die Temperaturen bei etwa fünf Grad und dazu wehte ein kräftiger Wind – umso angenehmer war die Hütte.

Der Blick über das Dovrefjell war beeindruckend. Nur die erhofften Moschusochsen ließen sich leider nicht entdecken. Selbst mit dem Fernglas blieb die Suche erfolglos. Trotzdem hatte sich der Aufstieg allein wegen der Landschaft und der besonderen Aussichtshütte gelohnt.

Zurück am Camper ging es auf die letzten rund 36 Kilometer des Tages. Unser Ziel war Granmo Camping in der Nähe von Oppdal. Der Campingplatz machte sofort einen gemütlichen Eindruck und wir fanden einen schönen Stellplatz direkt am Fluss.

Nach einem langen Tag zwischen Stabkirche, Bergen und Dovrefjell war anschließend nur noch ein unkompliziertes Abendessen geplant. Damit ging wieder ein abwechslungsreicher Tag in Norwegen zu Ende – auch wenn sich die Moschusochsen erfolgreich vor uns versteckt hatten.
Tag 05

1 Nacht
Tagesroute
Obdal - Vigga
Tageskilometer
210 km

Übernachtung

Tråsåvika Camping AS

Adresse
Viggjavegen 7177354 ViggjaNorwegen
Kontakt
+47 72 86 78 22trasavika.no/en/home
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Auch an diesem Morgen schafften wir es gegen 9:30 Uhr auf die Straße. Unser nächstes Ziel war Vigga. Schon beim Start bot sich ein wunderschönes Bild: Wolken zogen zwischen den Bergen hindurch, dazwischen kämpfte sich immer wieder etwas Sonne hervor. Ein perfekter Auftakt für einen weiteren Tag in Norwegen.

Diesmal wollten wir bewusst nicht einfach der E6 folgen. Stattdessen entschieden wir uns für kleinere Straßen und ein paar Umwege – eine Entscheidung, die diesen Tag deutlich abwechslungsreicher machen sollte.

Zunächst ging es über die RV 70. Wieder einmal zeigte sich die norwegische Landschaft von ihrer schönsten Seite. Hinter fast jeder Kurve wartete ein neuer Ausblick und entsprechend häufig wurde unterwegs fotografiert.

Am Ende dieses Streckenabschnitts erreichten wir eine Fähre. Die kurze Überfahrt bot noch einmal eine ganz andere Perspektive auf die Landschaft. Norwegen vom Wasser aus zu erleben, ist eben doch etwas anderes, als immer nur hindurchzufahren. Auf der anderen Seite angekommen, setzten wir unsere Fahrt über kleinere Straßen in Richtung Skei fort.

Unterwegs beschlossen wir spontan, einen Abstecher zu den Trollwegen zu machen. Schon die Zufahrt ließ vermuten, dass es etwas abenteuerlicher werden könnte. Aus der Straße wurde bald eine Schotterpiste, die immer weiter den Berg hinaufführte. Rechts und links tauchten Schilder mit ungewöhnlichen Namen auf, während die Strecke zunehmend einsamer wurde.

Oben angekommen, legten wir eine Pause ein. Die Aussicht war den Umweg mehr als wert: Wälder und Wiesen erstreckten sich in unterschiedlichsten Grün- und Brauntönen über die Landschaft.

Doch damit war das kleine Abenteuer noch nicht vorbei. Wenig später standen wir plötzlich vor einem beeindruckenden Staudamm aus riesigen Felsblöcken. Mitten darüber führte eine schmale betonierte Straße – und natürlich wollten wir wissen, wo es dahinter weiterging.

Auf der anderen Seite mussten wir uns zwischen zwei Wegen entscheiden. Das Navigationsgerät war inzwischen offenbar anderer Meinung als wir und wollte uns zum Umkehren bewegen. Wir entschieden uns trotzdem für einen der Wege.

Zunächst ging es bergab. Dann steiler bergab. Und schließlich so steil, dass wir lieber anhielten und die Situation erst einmal zu Fuß erkundeten. Das war eine gute Entscheidung: Weiter unten endete die Straße tatsächlich.

Also zurück zum Camper, vorsichtig wenden und denselben Weg wieder hinauf. Noch einmal über den eindrucksvollen Staudamm und anschließend über die Trollwege zurück ins Tal. Unser kleiner Abstecher war zwar nicht ganz so verlaufen wie geplant, hatte sich aber definitiv gelohnt.

Danach setzten wir die Fahrt Richtung Vigga fort. Wo mehrere Strecken zur Auswahl standen, entschieden wir uns weiterhin bevorzugt für die interessantere Variante. Vorbei an Höfen, Kühen und kleinen Siedlungen führte uns die Strecke schließlich auf eine Piste, die eher an ein Waschbrett als an eine Straße erinnerte. Für eine Weile wurden Camper und Insassen ordentlich durchgeschüttelt, bevor der Untergrund wieder angenehmer wurde.

Kurz darauf wurden wir von der norwegischen Straßenwacht gestoppt. Wegen Bauarbeiten vor uns sollte es mindestens eine Stunde nicht weitergehen. Was normalerweise einen großen Umweg bedeuten könnte, erwies sich diesmal als ausgesprochen angenehme Zwangspause: Direkt neben uns lagen ein wunderschöner See und ein Rastplatz.

Also stellten wir den Camper ab und genossen die Aussicht. Aus der angekündigten Stunde wurden schließlich rund anderthalb Stunden. Nebenbei konnten wir beobachten, wie Straßenbau in Norwegen funktioniert und die Arbeiter langsam ihrem Feierabend entgegenarbeiteten.

Als die Strecke wieder freigegeben wurde, konnten wir die letzten Kilometer des Tages in Angriff nehmen. Nach insgesamt mehr als sechs Stunden unterwegs erreichten wir schließlich unseren Stellplatz.

Und auch dort wartete wieder genau das, wofür sich die vielen kleinen Straßen und Umwege lohnen: ein herrlicher Blick auf den Fjord.

Nach diesem überraschend abenteuerlichen Fahrtag war damit nur noch eines geplant: Abendessen, die Aussicht genießen und den Tag ganz in Ruhe ausklingen lassen.
Tag 06

1 Nacht
Tagesroute
Vigga - Namesskogen
Tageskilometer
304 km

Übernachtung

Nyheim Camping

Adresse
Kleist Geddes Vei 977890 NamsskoganNorwegen
Kontakt
+47 995 16 558www.nyheimcamping.no/de
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute Morgen stellten wir einen neuen Rekord auf: Bereits um 9 Uhr waren wir nach dem Frühstück startklar und unterwegs.

Der am Vorabend noch so imposante Fjord hatte sich über Nacht vollkommen verändert. Dichter Nebel lag über der Landschaft und vom Wasser war praktisch nichts mehr zu sehen. Hinter uns begann sich die Sonne langsam durch die Wolken zu kämpfen, doch für uns ging es weiter Richtung Norden.

Der Plan für diesen Tag war ausnahmsweise ausgesprochen einfach: Strecke machen. Also verließen wir den Campingplatz und fuhren auf die E6. Allerdings dauerte es keine fünf Minuten, bis wir bereits den ersten Fotostopp einlegten. Gerade einmal 800 Meter waren geschafft, als die erste Haltebucht am Straßenrand genutzt werden musste.

Kurz darauf schlug das Navigationsgerät eine alternative Route vor, mit der sich einige Baustellen auf der E6 umgehen ließen. Die Entscheidung fiel schnell und wir verließen die Hauptstraße wieder. Statt Baustellen erwartete uns eine wunderschöne Landstraße durch die norwegische Landschaft. Vorbei an Wiesen mit Pferden und Kühen führte uns der kleine Umweg schließlich wieder zurück auf die E6.

Von dort an blieb die Europastraße für den Rest des Tages unser Begleiter. Noch knapp 300 Kilometer lagen vor uns und obwohl die Landschaft weiterhin beeindruckend war, zog sich die Strecke zunehmend in die Länge.

Je weiter wir nach Norden kamen, desto deutlicher zeigte sich eine andere Seite Norwegens. Rechts und links der Straße erstreckten sich scheinbar endlose Wälder. Bäume, soweit das Auge reichte, und dahinter immer wieder die charakteristischen braunen Berge am Horizont. Die Dimensionen der Landschaft wurden zunehmend beeindruckender.

Kurz vor dem Tagesziel wurde es noch einmal ein wenig spannender. Die Tankanzeige erinnerte daran, dass man im dünner besiedelten Norden besser nicht bis zur letzten Gelegenheit mit dem Tanken wartet. Das letzte Viertel war bereits angebrochen, doch glücklicherweise kam unser Ziel Namsskogan in Sicht.

Dort führte der erste Weg zum Einkaufen. Anschließend entdeckten wir gleich in der Nähe eine Tankstelle und konnten beruhigt noch einmal volltanken. Damit waren wir auch für die nächsten Kilometer Richtung Norden gut vorbereitet.

Nur etwa 500 Meter weiter erreichten wir kurz nach 14 Uhr unseren Campingplatz. Bisher hatte jeder unserer Campingplätze seinen eigenen Reiz – auch wenn wir inzwischen festgestellt haben, dass die Fotos im Internet gelegentlich etwas großzügiger mit den Vorzügen eines Platzes umgehen. Für eine Nacht war aber auch dieser Platz vollkommen in Ordnung.

Damit endete ein Tag, an dem tatsächlich einmal das Vorankommen im Mittelpunkt stand. Am Abend blieb nur noch die schwierige Entscheidung, was es zu essen geben sollte. Anschließend standen wie gewohnt Tagebuch, Fotos und die Planung der nächsten Etappe auf dem Programm.

Morgen geht es weiter Richtung Norden.
Tag 07

1 Nacht
Tagesroute
Namesskogen - Mo i Rana
Tageskilometer
326 km

Übernachtung

Yttervik

Adresse
Sørlandsveien 8748617 DalsgrendaNorwegen
Kontakt
+47 476 06 604visityttervik.no/en/english
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Wir werden immer besser: Heute waren wir bereits um 8:45 Uhr startklar. Nachdem alles verstaut war, ging es zunächst wieder auf die E6. Schon am Vorabend hatten wir allerdings überlegt, ob wir tatsächlich den ganzen Tag auf der Hauptstrecke bleiben oder wieder eine alternative Route wählen sollten. Die Entscheidung fiel – wenig überraschend – auf die Alternative. Also bogen wir auf die FV 17 ab und folgten der norwegischen Küstenstraße Richtung Norden.

Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass dies eine gute Entscheidung war. Die Landschaft überzeugte praktisch hinter jeder Kurve und bot immer neue Ausblicke auf Berge, Wasser und Küste. Entsprechend gab es unterwegs einige Fotostopps. An einem besonders schönen Abschnitt reichten einzelne Bilder schließlich nicht mehr aus – hier musste ein Video die Fahrt entlang der Küste festhalten.

Unser erstes größeres Ziel war die Fähre in Richtung Andalsvågen. Durch die verschiedenen Fotostopps erreichten wir den Anleger allerdings etwa fünf Minuten zu spät. Wirklich schlimm war das nicht: Rund anderthalb Stunden später sollte bereits die nächste Fähre fahren und eine kleine Pause tat nach den ersten Kilometern ebenfalls gut.

Um 13:10 Uhr ging es schließlich aufs Wasser. Schon diese Überfahrt bot beeindruckende Ausblicke auf die Küstenlandschaft. In Andalsvågen angekommen, fuhren wir direkt weiter Richtung Forvik, denn diesmal war das Zeitfenster bis zur nächsten Fähre deutlich knapper. Fotostopps mussten deshalb ausnahmsweise warten.

Das Timing passte perfekt. In Forvik angekommen, dauerte es keine fünf Minuten, bis wir auf die nächste Fähre fahren konnten. Von dort ging es weiter Richtung Tjøtta. Die etwa 45-minütige Überfahrt wurde zu einem der Höhepunkte des Tages. Die Fähre schlängelte sich zwischen zahlreichen kleinen Inseln hindurch und passierte einige davon erstaunlich nah. Die ständig wechselnden Ausblicke sorgten dafür, dass Kameras und Handys kaum zur Ruhe kamen.

Diese Fähre war etwas größer und bot neben geschützten Sitzplätzen auch einen kleinen Selbstbedienungsbereich mit Snacks. So ließ sich die Überfahrt bei einem Baguette und etwas Schokolade genießen, während draußen die Inselwelt vorbeizog.

In Tjøtta angekommen, ging es weiter Richtung unseres heutigen Übernachtungsziels. Kurz darauf folgte mit der Helgelandsbrua bereits das nächste beeindruckende Bauwerk. Von der Brücke bot sich ein fantastischer Blick über die umliegende Landschaft. Langsam entsteht tatsächlich der Eindruck, dass Norwegen einfach nicht „normal“ kann – hinter jeder Kurve wartet etwas Neues.

Inzwischen war es allerdings schon etwa 15 Uhr. Als erneut die Wahl zwischen einer Nebenstrecke und der E6 anstand, entschieden wir uns diesmal aus Zeitgründen tatsächlich für die Hauptstraße. Kurz vor einem Tunnel sorgte noch eine Mautanzeige für Verwunderung: Die angezeigten Beträge für Lkw und Pkw erschienen in ihrem Verhältnis ausgesprochen ungewöhnlich. Ob wir die Anzeige richtig interpretiert haben, wird sich wohl erst mit der späteren Mautabrechnung zeigen.

Schließlich erreichten wir den Campingplatz Yttervik in der Nähe von Mo i Rana. Unser Stellplatz bietet einen schönen Blick auf den Fjord und auch der Campingplatz selbst gefiel uns auf Anhieb. Natürlich folgte nach dem Einrichten zunächst die obligatorische Erkundungsrunde. Der kleine Platz wirkt gemütlich und hat einen angenehmen, familiären Charme.

Nach den vergangenen Tagen sollte es heute endlich wieder ein richtiges warmes Abendessen geben: Spaghetti Bolognese. Anschließend standen wie gewohnt Reisebericht und die Vorbereitung der nächsten Etappe auf dem Programm. Und vielleicht findet sich zum Abschluss des Tages sogar noch etwas Wärmendes für den Abend.
Tag 08

1 Nacht
Tagesroute
Mo i Rana - Lodingen
Tageskilometer
563 km

Übernachtung

Lødingen Bobilcamp

Adresse
Moloveien 88410 LødingenNorwegen
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen und starteten deshalb erst gegen 9 Uhr. Wobei „ruhiger“ relativ ist, denn für diesen Tag stand vor allem eines auf dem Programm: Strecke machen. Unser Ziel waren endlich die Lofoten.

Kaum saßen wir im Camper, begann es immer wieder zu regnen. Doch selbst bei diesem Wetter zeigte sich Norwegen von seiner schönen Seite. Die tiefhängenden Wolken, die nassen Straßen und die Berge hatten ihren ganz eigenen Reiz. Für heute lagen rund 360 Kilometer vor uns. Anschließend sollte uns eine etwa einstündige Fährfahrt von Bognes nach Lødingen unserem Tagesziel ein gutes Stück näherbringen.

Um möglichst zügig voranzukommen, blieben wir auf der E6. Anfangs sah es tatsächlich danach aus, als würde es heute nur wenige Fotos geben. Nach etwa einer Stunde war dieser Vorsatz allerdings Geschichte. Ob Regen oder kurze sonnige Abschnitte – Motive fanden sich trotzdem überall. Selbst die E6, immerhin eine der wichtigsten Straßen Norwegens, führt immer wieder durch Landschaften, bei denen man gern etwas länger hinschauen möchte.

Nach ungefähr fünf Stunden erreichten wir Bognes. Und unser Timing schien perfekt: Die Fähre lag bereits am Anleger und wir waren rund zehn Minuten vor der geplanten Abfahrt da. Besser konnte es eigentlich nicht laufen.

Allerdings tat sich nichts.

Immer wieder gingen Menschen zur Fähre und sprachen mit der Besatzung. Nach und nach wechselten die ersten Fahrzeuge zum benachbarten Fähranleger. Ein Blick ins Internet brachte schließlich die unerfreuliche Erklärung: Sämtliche Verbindungen nach Lødingen waren für diesen Tag gestrichen.

Damit war unsere schöne Planung erledigt. Uns blieb nur die andere Fähre, die uns auf der E6 weiterführen würde. Vor dem Anleger verteilten sich die wartenden Fahrzeuge auf sieben Spuren und wir fragten uns bereits, ob tatsächlich alle auf die bereitstehende Fähre passen würden.

Die Antwort kam schnell: fast alle.

Sechs Spuren schafften es an Bord. Wir nicht.

Also hieß es noch einmal rund eine Stunde warten. Mit der nächsten Fähre ging es schließlich – begleitet von etwas Seegang – auf die andere Seite. Statt der geplanten direkten Verbindung nach Lødingen lag nun eine deutlich längere Strecke über Land vor uns.

So führte uns die ungeplante Route unter anderem durch Narvik. Zu den Höhepunkten der Weiterfahrt gehörten mehrere beeindruckende Brücken. Brückenbau können die Norweger wirklich: Hoch über dem Wasser spannen sich teilweise Konstruktionen, bei denen man sich unweigerlich fragt, wie groß die Schiffe sein müssen, für die eine solche Durchfahrtshöhe notwendig ist.

Doch irgendwann wird selbst die schönste Landschaft zur Nebensache. Die Stunden hinter dem Steuer wurden mehr, der Regen blieb unser ständiger Begleiter und kurz vor dem Ziel sorgten gleich vier Baustellen mit vier Ampeln für zusätzliche Wartezeiten.

Nach insgesamt rund zehn Stunden Fahrt und nur wenigen Pausen erreichten wir schließlich unser Tagesziel. Müde und ziemlich geschafft – aber gleichzeitig froh, angekommen zu sein.

Zur Feier des Tages gab es Kassler mit Kartoffeln und Sauerkraut. Nach dieser langen Etappe genau das richtige Abendessen.

Jetzt heißt es nur noch: den Tag ausklingen lassen. Die Lofoten sind ein großes Stück näher gerückt.
Tag 09

1 Nacht
Tagesroute
Lodingen - Leknes
Tageskilometer
154 km

Übernachtung

Lofoten Fjordcamp

Adresse
Valbergveien 8518370 LeknesNorwegen
Kontakt
+47 969 10 407www.lofotenfjordcamp.com
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute sind wir zum ersten Mal auf den Lofoten aufgewacht. Aus diesem besonderen Anlass ließen wir uns am Morgen sogar eine halbe Stunde mehr Zeit. Auf Empfehlung machten wir uns zunächst auf den Weg zu einem nahegelegenen Leuchtturm. Nach dem vielen Regen war der Weg entsprechend schlammig, doch oben angekommen entschädigte die Aussicht für alles: Ein beeindruckender 360-Grad-Blick über Meer, Berge und die Landschaft der Lofoten erwartete uns. Danach ging es zurück zum Camper, Schuhe säubern und Frühstück organisieren.

Da unsere Brötchenvorräte aufgebraucht waren, führte uns der erste Weg zu einer Tankstelle. Nachdem auch der Camper versorgt war, fanden wir dort Zimtschnecken, ein herzhaft belegtes Baguette und frischen Kaffee – damit war das Frühstück gerettet. Ein kurzer Abstecher zum zuvor entdeckten Supermarkt sorgte anschließend für neuen Reiseproviant, bevor die eigentliche Tagesetappe beginnen konnte.

Unser zunächst geplantes Ziel war Kabelvåg Feriehus & Camping. Anders als an den vergangenen Tagen wollten wir uns heute bewusst viel Zeit für die Strecke nehmen. Entsprechend häufig hielten wir an, um die Landschaft zu genießen und zu fotografieren. Einer der Stopps führte über eine Treppe hinauf zu einem Aussichtspunkt mit einem weiten Blick über den Fjord. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir außerdem ein altes Segelschiff, das an eine historische Galeone erinnerte und vermutlich ein Nachbau war.

Ein weiterer geplanter Halt war ein Campingshop, bei dem wir gleichzeitig unseren Gastank auffüllen konnten. Natürlich blieb es nicht beim Gas: Eine Tasse und etwas Aufkleberentferner fanden ebenfalls ihren Weg in den Camper. Nur wenige Minuten später erreichten wir unseren ursprünglich vorgesehenen Campingplatz. Nach einer kurzen Runde über das Gelände waren wir allerdings nicht wirklich überzeugt und entschieden spontan, noch einmal rund 60 Kilometer weiter zum Lofoten Fjordcamp zu fahren.

Diese Entscheidung bescherte uns noch einmal eine wunderschöne Fahrt. Rechts ragten die Berge auf, links lag das Meer, dazwischen führte die Straße durch eine zunehmend karge Landschaft mit felsigen Hängen und immer neuen Ausblicken. Natürlich durfte auch eine der beeindruckend hohen norwegischen Brücken nicht fehlen.

Am Lofoten Fjordcamp angekommen, waren wir zunächst die einzigen Gäste. Der Stellplatz war schnell online gebucht und wenig später stand der Camper an seinem Platz. Gesellschaft gab es trotzdem reichlich: Überall liefen Schafe frei herum und übernahmen offenbar gleichzeitig die Landschaftspflege. Entsprechend empfiehlt sich allerdings ein gelegentlicher Blick auf den Boden.

Da es gerade einmal 14 Uhr war, beschlossen wir, den restlichen Tag ruhig anzugehen. Während gelesen wurde, standen am Camper noch ein paar kleine technische Arbeiten an. Unter anderem wurde eine vorhandene USB-A-Steckdose gegen USB-C ausgetauscht, sodass der mobile Router künftig direkt über das 12-Volt-System betrieben werden kann. Damit steht uns mobiles Internet nun auch unabhängig vom Landstrom zur Verfügung.

Später saßen wir bei einer Tasse Glühwein zusammen und genossen die Ruhe – zumindest so lange, bis ein weiterer Camper eintraf und sich trotz des weitgehend freien Platzes direkt in unserer Nähe niederließ. Aber auch das gehört zum Campingleben dazu.

Jetzt bleibt noch die Entscheidung, was es zum Abendessen gibt und ob wir der Rezeption noch einen Besuch abstatten. Danach lassen wir unseren ersten richtigen Tag auf den Lofoten gemütlich ausklingen und planen die nächste Etappe. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage war es schön, heute endlich einmal wieder mehr Zeit für die Landschaft zu haben.
Tag 10

1 Nacht
Tagesroute
Leknes - Moskenes
Tageskilometer
109 km

Übernachtung

Moskenes Camping

Adresse
Birger Eriksens vei 308392 SørvågenNorwegen
Kontakt
+47 994 89 405moskenescamping.no
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute Morgen ließen wir uns etwas mehr Zeit. Nachdem wir gestern entschieden hatten, nur eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben, ging es gegen 9:30 Uhr weiter. Unser erstes Ziel war diesmal ausnahmsweise nicht die Landschaft, sondern ein Wikingermuseum. Allerdings lag auch auf dem Weg dorthin reichlich Landschaft, sodass bereits die ersten Fotos des Tages entstanden. Nach der Fahrt durch einen kleinen Ort erreichten wir schließlich das Museum, dessen großes Wikingerhaus schon von Weitem zu erkennen war.

Nach dem Abstellen des Campers zahlten wir jeweils 250 Kronen Eintritt und starteten zunächst mit der Ausstellung und dem Audioguide. In einem eher kleinen und dunklen Museumsbereich waren verschiedene Fundstücke zu sehen: Schwerter, Schüsseln, Steine, Kleidungsstücke und weitere Zeugnisse aus der Wikingerzeit. Wer sich alle Stationen des Audioguides ausführlich anhört, kann hier sicherlich einige Zeit verbringen. Wir waren zunächst allerdings etwas überrascht, dass die Ausstellung selbst vergleichsweise überschaubar wirkte. Erst beim Blick auf einen Geländeplan stellten wir fest, dass wir einen entscheidenden Teil übersehen hatten: Das eigentliche Museumsgelände war riesig.

Also machten wir uns auf den Weg und erreichten zunächst das große Wikingerhaus, das wir bereits von der Straße aus gesehen hatten. Im Inneren änderte sich unser Eindruck vom Museum schlagartig. Das rekonstruierte Gebäude war beeindruckend und vermittelte einen guten Eindruck davon, wie das Leben damals ausgesehen haben könnte. Es gab Bereiche zum Essen, Schlafen und Arbeiten sowie eine große Feuerstelle. Besucher konnten Wikingerkleidung ausprobieren, Helme und Schwerter in die Hand nehmen und traditionelle Holzarbeiten kennenlernen. Allein das Gewicht eines Helms ließ erahnen, wie anstrengend es gewesen sein muss, mit einer solchen Ausrüstung unterwegs zu sein.

Draußen ging die Erkundung weiter. In einem kleinen Verschlag entdeckten wir mehrere Schweine, die dicht aneinandergekuschelt ihren Tag offensichtlich deutlich entspannter verbrachten als wir. Anschließend wollten wir noch zu den Wikingerschiffen. Der Wegweiser verkündete allerdings: 1.200 Meter. Also machten wir uns auf den rund 1,2 Kilometer langen Weg über das weitläufige Gelände – bergauf, bergab und anschließend selbstverständlich wieder bergauf.

Am Ziel angekommen, warteten eine historische Schmiede, Bogenschießen und Axtwerfen sowie mehrere nachgebaute Wikingerschiffe auf uns. Besonders das große Langschiff war beeindruckend. Bei passendem Wetter werden damit sogar Fahrten angeboten. Dafür war es heute allerdings zu kalt und auch die Nachfrage nach einer Fahrt hielt sich offenbar in Grenzen. Also blieb es bei der Besichtigung an Land.

Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Pferdekoppel vorbei. Die Pferde schienen Besucher und Kameras bestens zu kennen und präsentierten sich ausgesprochen geduldig. Bevor wir das Museum verließen, ging es noch durch den Souvenirshop und anschließend gab es eine kleine Mittagspause mit mitgebrachten Broten, Kaffee und Apfelkuchen. Gut gestärkt konnten wir unsere Fahrt Richtung Moskenes fortsetzen.

Und dann war sie wieder da – diese Landschaft, bei der man sich regelmäßig fragt, wie sie eigentlich entstanden ist. Manche Berge wirkten, als hätte jemand ihre Flanken mit einem riesigen Spachtel glattgezogen. Die Strecke führte weiter über die Lofoten, vorbei am Meer und über zahlreiche kleinere Brücken. Nach einem Tankstopp folgte noch eine Baustelle, an der wir rund 30 Minuten warten mussten, bevor uns ein Begleitfahrzeug durch den Baustellenbereich führte.

Kurz darauf erwarteten wir die nächste Brücke – und stellten überrascht fest, dass es diesmal in die entgegengesetzte Richtung ging: unter das Meer. Eine Fahrt durch einen Unterseetunnel ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man sich bewusst macht, welche Wassermassen sich über einem befinden. Dass es an einigen Stellen auch noch von der Tunneldecke tropfte, half bei diesem Gedanken nicht unbedingt. Also besser nicht zu lange darüber nachdenken und einfach weiterfahren.

Nach einigen weiteren Zwischenstopps erreichten wir schließlich Moskenes. Besonders praktisch: Unser Campingplatz liegt fast direkt neben dem Fähranleger, den wir später für die Weiterreise nutzen wollen. Nach einem ersten Blick auf den Platz ging es noch einmal los, um eigentlich nur Brötchen zu kaufen. Wie so oft wurde daraus etwas mehr als geplant – aber schließlich sind wir im Urlaub.

Anschließend bezogen wir unseren reservierten Stellplatz. Bei unserer Ankunft war der Campingplatz noch angenehm leer. Nur zwei Stunden später hatte sich das Bild komplett verändert und der Platz war nahezu voll. Gut, dass wir reserviert hatten. Jetzt steht nur noch die inzwischen tägliche Frage nach dem Abendessen an. Danach wird geplant, wie es in den kommenden Tagen weitergeht.
Tag 11

1 Nacht
Tagesroute
Moskenes - Bodø
Tageskilometer
98 km

Übernachtung

Esso Ranvik

Adresse
Teglverkveien 18006 BodøNorwegen
Ausstattung
Strom, Shop, Waschmaschine, Wäschetrockner, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute blieben wir zunächst auf dem Campingplatz und ließen den Morgen ruhig angehen. Gegen 9 Uhr standen wir auf, denn viel hatten wir nicht vor: Unsere Fähre nach Bodø sollte erst um 19 Uhr ablegen. Ganz ohne einen Spaziergang wollten wir den letzten Tag auf den Lofoten allerdings nicht verbringen. Also Regenkleidung an und los in Richtung Å, einem Ort mit einem der kürzesten Ortsnamen überhaupt. Unser Ziel war der Leuchtturm, den wir über einen Weg entlang der Küste erreichen wollten.

Hinter dem Campingplatz führte uns der Weg an den Klippen entlang. Unterwegs sahen wir zum ersten Mal aus der Nähe die großen Holzgestelle, auf denen der berühmte norwegische Stockfisch getrocknet wird. Interessant anzusehen – beim Geruch waren wir uns allerdings schnell einig, dass Stockfisch wohl eher nicht zu unseren kulinarischen Entdeckungen dieser Reise gehören wird. Dann wurde der Spaziergang plötzlich deutlich spannender: Draußen im Meer tauchten mehrfach große dunkle Tiere mit auffälligen Rückenflossen auf. Mit der Handykamera versuchten wir, sie etwas genauer zu erkennen. Sicher bestimmen konnten wir sie aus der Entfernung nicht, aber Form und Größe ließen uns vermuten, dass wir tatsächlich Orcas beobachten konnten. Ein unerwartetes Erlebnis, über das wir uns riesig freuten.

Nach dem Spaziergang ging es zurück zum Camper. Kaffee trinken, ein wenig faulenzen und einfach die letzten Stunden auf den Lofoten genießen. Kurz vor 16 Uhr begannen wir schließlich mit den Vorbereitungen für die Weiterreise: Abwasser und Toilette leeren, Frischwasser auffüllen und alles für die Fahrt verstauen. Der leichte Regen begleitete uns dabei – inzwischen fast schon ein vertrauter Bestandteil unserer Reise.

Anschließend ging es zum Fähranleger in Moskenes. Wir stellten uns in die Spur für reservierte Fahrzeuge und beobachteten, wie sich nach und nach sämtliche Wartespuren füllten. Wie bereits erwartet, hatte die Fähre etwas Verspätung. Rund eine Viertelstunde später konnten wir schließlich an Bord fahren. Durch die riesige geöffnete Bugklappe wirkte die Einfahrt tatsächlich ein wenig so, als würde man mit dem Camper direkt in das Maul eines gewaltigen Fisches fahren.

Nachdem der Camper auf dem Fahrzeugdeck stand, machten wir uns auf die Suche nach einem Fensterplatz und wurden am Heck fündig. Auch die Abfahrt verzögerte sich etwas. Da es keine direkte Verbindung nach Bodø war, steuerte die Fähre unterwegs zunächst noch eine der kleineren Inseln an. Der Seegang war eigentlich nur leicht – für unsere eher begrenzte Seefahrerfahrung fühlte er sich zeitweise trotzdem nach etwas mehr an. An Bord gab es sogar einen eigenen Bereich für Hunde mit entsprechenden Boxen. Für uns bestand die Bordverpflegung dagegen aus zwei Hotdogs und Kaffee.

Danach hieß es warten und die Überfahrt genießen. Zwischendurch ging es natürlich immer wieder nach draußen, um die Aussicht und einige letzte Eindrücke der Lofoten festzuhalten. Mit zunehmender Fahrt wurde es dunkel und auch Bodø erreichten wir später als ursprünglich geplant.

Für die Nacht hatten wir die Wahl zwischen einem Stellplatz am Hafen und einem gut bewerteten Platz an einer Tankstelle. Wir entschieden uns für Letzteren und erreichten ihn gegen 23:45 Uhr. Zum ersten Mal auf dieser Reise verbrachten wir die Nacht ohne Landstrom. Viel aufzubauen gab es ohnehin nicht mehr: Betten fertig machen und hinein.

Als schließlich wirklich Feierabend war, zeigte die Uhr bereits 0:15 Uhr. Damit endete unser letzter Tag auf den Lofoten erst am nächsten Morgen – und ein besonders schöner Abschnitt unserer Reise lag nun hinter uns.
Tag 12

1 Nacht
Tagesroute
Bodø - Mosjøen
Tageskilometer
315 km

Übernachtung

Topcamp Mosjøen

Adresse
Campingvegen 18657 MosjøenNorwegen
Kontakt
+47 75 17 79 00topcamp.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Shop, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute klingelte bereits um 7 Uhr der Wecker, denn vor uns lag eine längere Etappe Richtung Süden. Bevor es losging, gab es noch ein Frühstück an der Tankstelle, die mit ihrer erstaunlich großen Auswahl offenbar bestens auf durchreisende Camper vorbereitet ist. Mit Kaffee, Brötchen und einem belegten Baguette gestärkt konnten wir direkt starten. Da wir über Nacht weder Strom noch sonstige Anschlüsse genutzt hatten, musste diesmal nichts abgebaut werden. Unser Tagesziel: Topcamp Mosjøen. Damit begann nun endgültig unsere Rückreise – leider.

Über die E6 ging es zunächst ein Stück auf bereits bekannter Strecke zurück, bevor wir weiter Richtung Süden fuhren. Die Landschaft sorgte von Anfang an dafür, dass sich der lange Fahrtag trotzdem nicht wie eine reine Transferetappe anfühlte. Eine ganze Weile begleitete uns ein beeindruckender Fluss, dessen Bezeichnung als „Bach“ deutlich untertrieben wäre. Irgendwann fanden wir eine Haltebucht und entdeckten beim Aussteigen einen kleinen Trampelpfad hinunter zum Wasser. Natürlich folgten wir ihm. Unten angekommen standen wir vor einem vielleicht 30 Meter breiten, reißenden Fluss, dessen Wasser zwischen großen Felsen hindurchschoss, aufschäumte und sich mit erstaunlicher Kraft seinen Weg bahnte. Der spontane Stopp hatte sich wieder einmal gelohnt.

Weiter ging es hinauf auf die Hochebene am Polarkreis. Rund um das Polarsirkelsenteret legten wir gleich zwei Stopps ein. Gerade hier zeigte sich, dass schönes Reisewetter nicht zwangsläufig blauer Himmel und Sonnenschein bedeuten muss. Sonne, Wolken und Regenschauer wechselten sich ab, während einzelne Sonnenstrahlen immer wieder durch die Wolkendecke brachen und ganze Täler beleuchteten. Diese ständig wechselnden Lichtstimmungen machten die Landschaft besonders eindrucksvoll. Am Polarkreiszentrum selbst durfte natürlich auch ein kleiner Besuch im Shop nicht fehlen – mit etwas für zu Hause und einer Erinnerung für uns.

Danach führte uns die E6 weiter Richtung Mosjøen. Unterwegs wollten wir eigentlich noch irgendwo etwas essen, doch die Auswahl entlang der Strecke war überschaubar. Ein oder zwei Möglichkeiten schauten wir uns an, wirklich überzeugt waren wir aber nicht. Kurz vor unserem Ziel legten wir deshalb nur noch einen Tank- und Einkaufsstopp ein und versorgten uns mit neuem Proviant.

Für das Abendessen hatte das Navi schließlich einen Italiener nur wenige Minuten von unserem Campingplatz entfernt gefunden. Also hielten wir dort an und entschieden uns ganz klassisch für Pizza. Zur Auswahl standen „klein“ und „groß“ – wobei sich schnell herausstellte, dass die norwegische Definition dieser Größen nicht ganz unserer Erwartung entsprach. Schon die kleine Pizza entsprach ungefähr einer normalen Pizza, während die große deutlich darüber hinausging. Geschmacklich gab es nichts auszusetzen, mengenmäßig mussten wir allerdings kapitulieren. Die Reste kamen in eine Box und werden uns damit noch ein zweites Mal satt machen.

Anschließend waren es nur noch wenige Minuten bis zum Topcamp Mosjøen. Für die zweite Septemberhälfte war auch hier überraschend viel los, überwiegend mit norwegischen Gästen. Nach dem Einrichten folgte selbstverständlich noch der inzwischen obligatorische Blick auf die Sanitäranlagen. Diese machten einen sehr guten Eindruck: sauber, ausreichend vorhanden und ordentlich ausgestattet. Sogar eine Steckdose im Bad war vorhanden – ein kleines Detail, das man spätestens dann zu schätzen weiß, wenn es auf dem vorherigen Campingplatz gefehlt hat.

Damit endet unser erster richtiger Tag auf dem Weg zurück Richtung Süden. Nach vielen Kilometern, einem spontanen Abstecher zum reißenden Fluss, dem erneuten Besuch am Polarkreis und einer deutlich zu großen Pizza lassen wir den Abend jetzt gemütlich ausklingen.
Tag 13

1 Nacht
Tagesroute
Mosjøen - Namsos
Tageskilometer
266 km

Übernachtung

Namsos Camping

Adresse
Flyplassvegen 107805 NamsosNorwegen
Kontakt
+47 74 27 53 44namsos-camping.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Küche, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute starteten wir gemütlich mit einer Dusche in den Tag, anschließend gab es Brötchen vom Discounter zum Frühstück. Danach wurde der Camper wieder reisefertig gemacht und gegen 9 Uhr konnte es losgehen. Vorher fiel der Blick noch auf ein eher ungewöhnliches Campinggespann gegenüber: Ein großer Lkw mit Wohnanhänger war dort ebenfalls auf Reisen. So etwas hatten wir auf unseren bisherigen Campingplätzen auch noch nicht gesehen.

Für heute standen zwei Wasserfälle auf dem Programm. Am ersten fuhren wir zunächst ganz souverän vorbei – mit den norwegischen Hinweisschildern sind wir offenbar noch immer nicht vollständig kompatibel. Also wenden und zurück. Im Vergleich zu manch anderem norwegischen Wasserfall war dieser eher klein und beschaulich, beeindruckend war die Wassermenge trotzdem.

Danach hieß es erst einmal Strecke machen auf der E6. Die Landschaft wurde zwischenzeitlich etwas karger und wir fuhren ziemlich gedankenverloren vor uns hin. Auch die inzwischen bestens bekannten Elchwarnschilder hatten wir schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Und dann stand plötzlich tatsächlich einer am Straßenrand: ein Elch! Viel zu schnell waren wir vorbei, um ihn richtig betrachten zu können. Nach einem kurzen Wendemanöver war er zunächst verschwunden, doch wenig später entdeckten wir ihn wieder zwischen den Bäumen. Für einen Moment standen wir da und betrachteten uns gegenseitig. Nach dem Rentier auf der Hinfahrt hatten wir damit nun endlich auch einen Elch in freier Wildbahn gesehen – eines der Tiere, auf das wir während der gesamten Reise gehofft hatten.

Mit entsprechend guter Laune ging es weiter über die E6 zum zweiten Wasserfall. Auch dieser gehörte eher zur Kategorie „klein, aber fein“, hatte dafür jedoch eine Besonderheit zu bieten: In der Gischt bildeten sich gleich zwei Regenbögen. Ein wunderschönes kleines Naturschauspiel, für das nicht einmal Regen notwendig war.

Später stellte uns das Navi wieder vor die inzwischen bekannte Entscheidung: auf der E6 bleiben oder einer alternativen Route folgen? Wir blieben unserer bisherigen Linie treu und wählten die Alternative. Es war keine spektakuläre Panoramastraße, dafür aber eine angenehm ruhige und schöne Strecke mit immer wieder kleinen Ausblicken unterwegs.

Schließlich erreichten wir Namsos Camping. Schon die Anmeldung zeigte, dass der Platz technisch ziemlich modern organisiert ist. Per SMS erhielten wir einen Link zu einer Weboberfläche, über die sich sowohl die Schranke als auch die Zugänge zu Küche und Sanitäranlagen öffnen lassen. Unser Stellplatz lag mit Blick auf Wasser und Berge ausgesprochen schön. Bei der obligatorischen Erkundungsrunde waren wir uns schnell einig: Das ist bisher einer unserer schönsten Campingplätze. Dazu kommen Sanitäranlagen in einem wirklich hervorragenden Zustand – und da wir offenbar eher zur Kategorie „Clamper“ als Camper gehören, wissen wir so etwas durchaus zu schätzen.

Nachdem alles aufgebaut war, kamen endlich auch unsere Elektroroller zum Einsatz. Statt sie weiterhin nur spazieren zu fahren, machten wir uns damit auf den Weg nach Namsos. Die Stadt wirkte klein und beschaulich. Ein Museum, das wir uns anschauen wollten, fanden wir nach einem kleinen Umweg zwar noch, mussten dann aber feststellen, dass es ausgerechnet bis Montag geschlossen bleibt. Also wurde aus dem Museumsbesuch einfach eine schöne Rollertour durch Namsos.

Zurück auf dem Campingplatz setzten wir uns noch eine Weile ans Wasser und genossen die Aussicht. Danach wurde der Grill vorbereitet, während noch eine kleine Runde über den Platz anstand – vermutlich nicht ganz ohne fotografische Hintergedanken. Jetzt folgen wie jeden Abend Reisebericht und die Planung für morgen. Und dann ist Feierabend.
Tag 14

1 Nacht
Tagesroute
Namsos - Divra
Tageskilometer
374 km

Übernachtung

Smegarden Camping

Adresse
Losråket 127345 DrivdalenNorwegen
Kontakt
+47 91674750www.smegarden.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute ging es direkt nach dem Duschen gegen 9 Uhr wieder auf die Straße. Vor uns lag eine längere Etappe Richtung Oppdal und damit war von Anfang an klar: Heute würde vor allem gefahren.

Natürlich ließ sich Norwegen auch an einem solchen Tag nicht völlig auf die Rolle einer Durchfahrtsstrecke reduzieren. Immer wieder öffneten sich schöne Ausblicke auf die Landschaft und zwischendurch verließen wir die direkte Route für kleinere Abstecher zu Häfen oder über ruhigere Landstraßen. Dadurch kamen am Ende zwar einige zusätzliche Kilometer zusammen, dafür mussten wir nicht ausschließlich der E6 folgen. Das Wetter wechselte dabei zwischen trockenen Abschnitten, leichtem Regen und kräftigeren Schauern – inzwischen etwas, das einfach zu unserer Norwegenreise dazugehört.

Unterwegs fielen uns auf mehreren Feldern große Gruppen von Gänsen auf. Besonders kurios wurde es später, als wir auf einer Wiese zahlreiche Menschen zwischen scheinbar völlig unbeeindruckten Gänsen entdeckten. Zunächst vermuteten wir, dass die Tiere gefüttert wurden, denn selbst in unmittelbarer Nähe der Menschen blieben sie erstaunlich ruhig. Die Erklärung war schließlich wesentlich einfacher: Als einer der Männer gleich zwei Gänse unter den Arm nahm, wurde klar, dass es sich um erstaunlich realistisch aussehende Attrappen handelte.

Ansonsten blieb es ein klassischer Fahrtag. Kurz vor unserem Ziel legten wir noch eine Pause zum Essen ein, die sich im Nachhinein allerdings als weniger gute Idee erwies – unsere Mägen waren anschließend jedenfalls nicht besonders begeistert.

Danach waren es nur noch die letzten Kilometer bis zum Campingplatz. Der Begriff „Campingplatz“ ist diesmal allerdings großzügig ausgelegt: Im Wesentlichen handelt es sich um eine Wiese, auf der wir unseren Camper für die Nacht abstellen können. Da wir ohnehin nur eine Nacht bleiben, erfüllt sie ihren Zweck.

Jetzt machen wir es uns im Camper gemütlich und lassen diesen langen Fahrtag ausklingen. Morgen geht es weiter – und nach den vielen Kilometern heute darf es dann gern wieder etwas mehr ums Reisen und etwas weniger ums reine Fahren gehen.
Tag 15

1 Nacht
Tagesroute
Driva - Løm
Tageskilometer
169 km

Übernachtung

Nordal Turistsenter

Adresse
Riksvei 15 792686 FossbergomNorwegen
Kontakt
+47 61 21 93 00www.nordalturistsenter.no/en
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Nach einer Katzenwäsche und einem kleinen Frühstück waren wir heute sogar überpünktlich: Bereits um 8:45 Uhr ging es los. Unser Ziel war Lom und mit ursprünglich nur rund zwei Stunden Fahrzeit sollte es ein angenehm kurzer Reisetag werden. Also wieder auf die E6 – und natürlich entstanden bereits kurz nach dem Start die ersten Fotos.

Auch heute zeigte sich die Landschaft trotz des wechselhaften Wetters von ihrer schönsten Seite. Kleine Flüsse und Bäche begleiteten die Straße, dahinter weite Landschaften und wolkenverhangene Berge. Gerade der Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regen machte die Fahrt besonders interessant. Wenn einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke fielen, entstanden helle und dunkle Flecken in der Landschaft und zwischendurch sogar ein kleiner Regenbogen.

Dann stellte uns das Navi wieder vor die inzwischen wohlbekannte Entscheidung: auf der normalen Route bleiben oder die vorgeschlagene Alternative nehmen? Die Entscheidung fiel erwartungsgemäß aus – Blinker rechts und ab auf die Nebenstrecke. Zunächst wirkte sie noch relativ unspektakulär, bis ein Mautschild auftauchte. Das norwegische System ist dabei angenehm unkompliziert: Kennzeichen erfassen lassen und anschließend die Maut online begleichen.

Kurz darauf begann die Straße anzusteigen. Über zahlreiche enge Kurven ging es immer weiter hinauf und mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht beeindruckender. Links lagen dunkle Wolken über den Bergen, rechts kämpfte sich die Sonne hindurch. Wir glaubten bereits, den schönsten Teil erreicht zu haben – und lagen damit deutlich daneben. Wenig später verwandelte sich die Straße in eine Schotterpiste. Der Untergrund war durch den Regen stellenweise etwas aufgeweicht, ließ sich aber gut fahren. Dafür war die Landschaft großartig: Täler, Flüsse, Wasserfälle und Berge in praktisch jeder Richtung. Natürlich mussten wir mehrfach anhalten.

Schließlich erreichten wir eine weitläufige Hochebene. Die Wolken lagen inzwischen so tief, dass wir teilweise direkt durch sie hindurchfuhren. Danach führte die Straße über zahlreiche Kurven wieder hinunter ins Tal. Unser Camper sah inzwischen zwar ein wenig aus, als hätte er gerade eine Etappe der Rallye Paris–Dakar absolviert, aber der Umweg hatte sich vollständig gelohnt.

Zurück auf der eigentlichen Route folgten wir der Rv15 weiter Richtung Lom. Inzwischen regnete es, doch auch das konnte dem Blick auf das auffällig türkisfarbene Wasser entlang der Strecke wenig anhaben. Nach einer der zahlreichen Kurven tauchte schließlich unser Tagesziel vor uns auf: Lom.

Dort wartete auch schon der geplante Höhepunkt des Tages – die Stabkirche. Trotz des Regens wirkte sie bereits von außen beeindruckend. Nach dem Eintritt konnten wir uns auch im Inneren umsehen. Die vermutlich um 1150 errichtete Holzkirche vermittelt eine ganz besondere Atmosphäre. Altar und Orgel ziehen natürlich sofort den Blick auf sich, doch eigentlich beeindruckt vor allem die gesamte Konstruktion. Wenn man bedenkt, wie alt dieses vollständig aus Holz errichtete Bauwerk ist, bekommt der Besuch noch einmal eine andere Bedeutung.

Anschließend ging es zum Nordal Turistsenter. Nach der Erfahrung der vergangenen Nacht galt einer unserer ersten Blicke natürlich den Sanitäranlagen – und die machten diesmal einen deutlich besseren Eindruck. Da der Platz unmittelbar am Ort liegt, konnten wir den Camper anschließend stehen lassen und Lom zu Fuß erkunden.

Über eine kleine Brücke ging es zunächst über einen reißenden Fluss. Ein großer Felsen mitten im Wasser stellte beim Brückenbau offenbar kein Hindernis dar – die Konstruktion wurde kurzerhand daran angepasst. Direkt am Fluss entdeckten wir sogar eine Zipline. Unser nächstes Ziel war anschließend das Norsk Fjellsenter. Das Museum über die norwegische Bergwelt erwies sich als überraschend unterhaltsam. Neben klassischen Ausstellungsstücken gab es zahlreiche interaktive Stationen, Filme und Dinge zum Ausprobieren. Besonders für Kinder ist hier viel geboten, aber auch bei uns kam an der einen oder anderen Station das Spielkind durch. Ein großformatiger Film über die norwegische Landschaft bildete einen besonders schönen Abschluss. Ein Museum, das wir guten Gewissens empfehlen können.

Danach schlenderten wir weiter durch Lom und schauten in einige der kleinen Geschäfte. Schon zuvor war uns ein Café aufgefallen, aus dem es ausgesprochen verführerisch nach Zimt duftete. Nach unserer Runde kehrten wir schließlich doch noch dort ein. Mozzarellabrötchen, zwei Zimtschnecken und Kaffee waren ein überzeugender Abschluss unseres Ausflugs.

Zurück am Camper entschieden wir uns noch einmal für einen anderen Stellplatz auf dem Rasen – offenbar hatten wir unsere gewohnte leichte Schräglage bereits vermisst. Jetzt wird wie jeden Abend der Reisebericht geschrieben und anschließend der restliche Nachmittag genossen.

Ein wirklich schöner Tag – und wieder einmal der Beweis, dass sich ein kleiner Umweg in Norwegen sehr schnell in den schönsten Teil einer Etappe verwandeln kann.
Tag 16

1 Nacht
Tagesroute
Løm - Flåm
Tageskilometer
214 km

Übernachtung

Flåm Camping & Hostel

Adresse
Nedre Brekkevegen 125743 FlåmNorwegen
Kontakt
+47 94 03 26 81www.flaam-camping.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Waschmaschine, Wäschetrockner, WLAN, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Der Tag begann mit einer Dusche, anschließend gab es Frühstück und der Camper wurde reisefertig gemacht. Dann konnte es voller Vorfreude losgehen, denn heute wartete mit dem Sognefjellsvegen auf der Fv55 eine der besonderen Strecken unserer Rückreise. Bereits nach wenigen Metern entstanden die ersten Fotos – und dabei sollte es den gesamten Tag über bleiben.

Die Strecke kannten wir bereits von einer früheren Norwegenreise, damals allerdings in entgegengesetzter Richtung. Verändert hatte sie sich natürlich kaum, beeindruckend war sie aber noch genauso. Für ein kleines Déjà-vu sorgten Kühe mitten auf der Straße – eine Situation, die uns sofort an unsere letzte Fahrt über das Sognefjellet erinnerte.

Danach folgte Fotostopp auf Fotostopp. Jeden einzelnen zu beschreiben wäre kaum möglich: Jeder war auf seine Weise anders und trotzdem gleichermaßen schön. Praktisch sind dabei die vielen norwegischen Rastplätze, von denen zahlreiche sogar mit Sanitäranlagen ausgestattet sind.

Je höher wir kamen, desto winterlicher wurde die Landschaft. Irgendwann lag Schnee direkt neben und teilweise auf der Straße. Ein Blick auf das Thermometer zeigte 0 Grad – damit passte das Gesamtbild perfekt. Mit unserem jetzigen Camper konnten wir uns etwas leichter auf kleinere Nebenstraßen wagen als bei unserer früheren Reise mit einem deutlich größeren Fahrzeug. Eine davon war gerade breit genug für den Camper und führte unmittelbar am steilen Hang entlang. Nach etwa drei Kilometern stellten wir allerdings fest, dass sie uns zunehmend in die falsche Richtung führte. Also umdrehen und zurück zur geplanten Route. Die Aussicht hatte den kleinen Abstecher trotzdem gerechtfertigt.

Keine zwei Kilometer später lockte bereits die nächste Abzweigung. Eine schmale Straße führte zu einem Staudamm, an dem wir bei unserer letzten Reise vorbeigefahren waren. Diesmal wollten wir wissen, was dort oben wartet. Vorsichtig ging es über die schmale Zufahrt bis zum Staudamm – und wieder wurden wir mit einer beeindruckenden Landschaft belohnt. Ein kurzer Versuch, die Drohne zu starten, wurde wegen des kräftigen Windes schnell wieder beendet.

Kurz vor unserer Weiterfahrt kam überraschend noch ein anderes Fahrzeug die abgelegene Straße hinunter. Es war ebenfalls ein deutsches Auto und zu unserer Verwunderung wurden anschließend Skier ausgeladen. Direkt am Staudamm lag zwar etwas Schnee, für eine Skitour schien das aber kaum auszureichen. Weiter oben in den Bergen sah das schon anders aus. Wohin es tatsächlich gehen sollte, blieb für uns allerdings ein Rätsel.

Weiter führte die Fv55 durch die verschneite Hochgebirgslandschaft. An einem späteren Aussichtspunkt bekam die Drohne eine zweite Chance. Diesmal funktionierte es zunächst besser – bis Regen einsetzte und auch dieser Versuch beendet werden musste. Von der Aussichtsplattform bot sich dafür ein großartiger Blick über die Berge und auf einen Teil der Strecke, die noch vor uns lag.

Danach begann die lange Abfahrt Richtung Fjord. Über zahlreiche Kurven ging es immer tiefer ins Tal. An einer Stelle stürzte sogar ein kleiner Wasserfall unmittelbar neben beziehungsweise über die Straße. Anschließend erreichten wir die Fjordlandschaft und erlaubten uns natürlich noch den einen oder anderen Abstecher von der eigentlichen Route. Einer davon führte über eine ausgesprochen schmale und steile Straße hinauf zwischen einige Häuser. Viel Platz blieb neben dem Camper nicht – landschaftlich lohnte sich aber auch dieser kleine Ausflug.

An einem weiteren Aussichtspunkt kam uns die Umgebung plötzlich bekannt vor. Ein Vergleich mit unseren Erinnerungen bestätigte den Verdacht: Genau hier hatten wir bereits vor zwei Jahren angehalten und fotografiert.

In Skjolden wartete anschließend ein völlig anderes Fotomotiv. Vor dem kleinen Ort lag ein großes Kreuzfahrtschiff im Fjord. Der Kontrast war beeindruckend: Auf der einen Seite das kleine Dorf und die gewaltige Berglandschaft, davor ein schwimmender Wohnblock.

Danach ging es weiter Richtung Flåm. Vor dem Ziel wartete allerdings noch der Lærdalstunnel. Mit rund 24,5 Kilometern ist die Fahrt durch den langen Straßentunnel zwar etwas Besonderes, landschaftlich kann er mit dem Rest des Tages naturgemäß nicht mithalten. Nach all den Bergen, Wasserfällen und Fjorden fühlte sich die lange Fahrt unter der Erde entsprechend etwas eintönig an.

Schließlich erreichten wir Flåm. Vieles kam uns von unserem früheren Besuch noch bekannt vor: die touristischen Angebote, Restaurants, Geschäfte und natürlich der Bereich rund um den Hafen. Nach unserer obligatorischen Runde über den Campingplatz beschlossen wir, den praktischen Teil des Reisens nicht länger aufzuschieben und eine Waschmaschine zu starten. Vorher gab es allerdings noch ein Eis und frische Brötchen für den nächsten Morgen.

Jetzt läuft beziehungsweise trocknet die Wäsche, die Bilder des Tages werden sortiert und der Reisebericht entsteht. Später gibt es Nudeln und dann ist Feierabend.

Ein Tag mit Schnee, Sonne, Wolken, Regen, schmalen Nebenstraßen, einem Staudamm, unzähligen Fotostopps und schließlich einem Fjord nach dem anderen – genau so hatten wir uns die Fahrt über das Sognefjellet vorgestellt.
Tag 17

1 Nacht
Tagesroute
Flâm - Kinsavrik
Tageskilometer
132 km

Übernachtung

Mikkelparken AS

Adresse
Kinsarvikvegen 645780 KinsarvikNorwegen
Kontakt
+47 53 67 13 13mikkelparken.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Shop, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, WLAN, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute begann der Tag wieder mit Duschen und Frühstück. Bereits um 7 Uhr hatte der Wecker geklingelt, sodass wir ausreichend Zeit hatten, alles in Ruhe vorzubereiten. Auf dem Weg zurück von der Dusche sollte eigentlich noch schnell ein Foto vom Fjord entstehen – allerdings lag plötzlich ein kleines „Hochhaus“ davor. Über Nacht hatte ein großes Kreuzfahrtschiff in Flåm angelegt und beherrschte nun das Hafenpanorama.

Nach dem Frühstück bekam auch unser Globi etwas Aufmerksamkeit: Frischwasser auffüllen, Abwasser entsorgen und alles erledigen, was zum Camperalltag dazugehört. Im Innenraum roch es noch angenehm nach den gestern frisch gewaschenen Handtüchern – die Waschrunde hatte sich also gelohnt. Anschließend ging es mit etwas Wehmut weiter. Mit jedem Kilometer bewegen wir uns inzwischen wieder ein Stück näher Richtung Heimat. Gleichzeitig führte uns die heutige Strecke durch eine Gegend, die wir bereits von unserer Reise vor zwei Jahren kannten – diesmal allerdings in entgegengesetzter Richtung.

Unterwegs wagten wir zunächst einen kleinen Abstecher auf eine Nebenstrecke in Richtung Berge. Aus der Straße wurde bald eine Schotterpiste und die Maut von 50 Kronen sollte ganz klassisch in einen Briefkasten eingeworfen werden. Nach einem Stück entschieden wir allerdings, dass wir nicht jeden Weg bis zum Ende erkunden müssen, drehten um und setzten unsere eigentliche Route fort.

Wenig später führte uns das Navi zum Skjervsfossen. Der Wasserfall lässt sich über einen angelegten Weg auf mehreren Ebenen erkunden. Entlang des Abstiegs gibt es immer wieder Informationen und neue Perspektiven auf das Wasser. An einer Stelle kommt man dem Wasserfall bis auf wenige Meter nahe – entsprechend feucht wird es dort auch. Die Wege und in den Fels integrierten Stufen passen sich dabei der Natur an und unterscheiden sich teilweise erheblich in ihrer Höhe. Der anschließende Aufstieg erinnerte uns daran, dass bei unserer Kondition durchaus noch Verbesserungspotenzial besteht.

Kurz vor der Weiterfahrt fiel uns auf, dass jemand ausgerechnet die Toilettenanlage am Rastplatz fotografierte. Das machte natürlich neugierig. Beim langsamen Vorbeifahren wurde klar, warum: Auch hier hatten sich die Planer etwas Besonderes einfallen lassen. Teile des Bodens bestehen aus Glas, sodass man den Bach unter dem Gebäude sehen kann, der anschließend Richtung Wasserfall fließt. Selbst eine Rastplatztoilette kann in Norwegen offenbar noch zur Sehenswürdigkeit werden.

Anschließend führte die Straße in zahlreichen Serpentinen hinunter ins Tal. Natürlich musste der Wasserfall auch von unten noch einmal betrachtet und fotografiert werden. Danach folgten wir weiter der bekannten Strecke Richtung Hardangerfjord.

Dann kam ein Bauwerk, auf das wir uns bereits gefreut hatten: die Tunnelanlage an der Hardangerbrücke. Statt eines gewöhnlichen Tunnels wartet hier tatsächlich ein beleuchteter Kreisverkehr unter dem Berg. Von dort führt die Straße unmittelbar auf die beeindruckende Hardangerbrücke und auf der anderen Seite wieder hinein in einen Tunnel mit Kreisverkehr. Eine außergewöhnliche Kombination aus Tunnel- und Brückenbau, die schon bei unserer ersten Reise in Erinnerung geblieben war.

Nach der Überquerung des Hardangerfjords war es nicht mehr weit bis Kinsarvik. Die Straße führte weiter unmittelbar am Fjord entlang und auch der bewölkte Himmel konnte der Landschaft wenig anhaben. Schließlich erreichten wir Mikkelparken Ferietun, das wir ebenfalls bereits von unserer früheren Reise kannten.

Der Campingplatz war noch nahezu leer und so konnten wir uns unseren Stellplatz praktisch frei aussuchen. Nach ein paar Runden war die Entscheidung gefallen und der Camper stand. Anschließend folgte noch ein Einkauf im nahegelegenen Supermarkt, bevor wir uns mit Eis und frischen Brötchen im Camper gemütlich machten.

Jetzt wird wieder Tagebuch geschrieben und der restliche Nachmittag ganz entspannt verbracht. Vielleicht steht später noch die eine oder andere kleine Bastelarbeit am Camper an. Nach Wasserfall, Bergstraßen, Hardangerbrücke und Fjord war es trotz des grauen Wetters wieder ein ausgesprochen abwechslungsreicher Reisetag.
Tag 18

1 Nacht
Tagesroute
Kinsarvik - Geilo
Tageskilometer
120 km

Übernachtung

Geilo Hytter & Camping AS

Adresse
Lauvrudvegen 113580 GeiloNorwegen
Kontakt
+47 57999999www.campinggeilo.no
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute Morgen galt der erste Blick noch meinem gestrigen kleinen Umbau. Die zugeschnittene Metallschiene erfüllt ihren Zweck und unser Camper verfügt nun praktisch über eine Zweiraumwohnung: Mit dem Duschvorhang lässt sich der Schlafbereich vom Wohnbereich abtrennen. Nach Dusche und Frühstück wurde alles aufgeräumt, Ver- und Entsorgung erledigt und gegen 9:30 Uhr waren wir startklar. Unser heutiges Ziel war Geilo – und um es gleich vorwegzunehmen: Die Fahrt dorthin war tatsächlich einfach nur „geilo“.

Schon am Vorabend waren die Berge rund um Kinsarvik nach und nach im Nebel verschwunden. Am Morgen hatte sich daran wenig geändert. Es regnete und die Sicht war teilweise ausgesprochen kurz, weshalb wir landschaftlich zunächst nicht allzu viel vom Tag erwarteten. Bereits nach etwa zehn Kilometern wurden wir eines Besseren belehrt. Wolken hingen zwischen den Bergen, Nebelfetzen zogen durch die Täler und schufen eine ganz eigene Stimmung. Norwegen braucht tatsächlich nicht immer Sonnenschein, um beeindruckend auszusehen.

Unser erster großer Stopp war der Vøringsfossen. Schon der Weg zu den Aussichtspunkten führte teilweise dicht an der tiefen Schlucht entlang. Nach dem nächtlichen Regen waren Wege und Felsen entsprechend nass und rutschig. Besonders beeindruckend ist die große Treppenbrücke, die sich über die Schlucht spannt. Von dort bieten sich spektakuläre Blicke auf Wasserfall und Umgebung. Anschließend machten wir noch eine kleine Runde zu einer älteren Brücke mit einer weiteren schönen Perspektive auf die Landschaft. Für den Rückweg entdeckten wir glücklicherweise eine kürzere Variante – bei unseren ausgeprägten Marathonläufer-Qualitäten durchaus willkommen.

Inzwischen hatte der Regen aufgehört und gelegentlich versuchte sich sogar etwas Helligkeit durch die Wolken zu kämpfen. Danach ging es weiter hinauf auf die Hardangervidda. Wir hatten eine Hochebene erwartet – und bekamen tatsächlich eine. Allerdings wieder einmal in typisch norwegischen Dimensionen: weit, karg und von Seen, Felsen und Bergen durchzogen. Selbst hier schaffen es die norwegischen Straßenbauer offenbar erfolgreich, möglichst wenige gerade Straßen zu bauen. Uns soll es recht sein.

Natürlich folgten wieder mehrere Stopps. Einer führte uns zu einem Troll, der auf einer Anhöhe über der Landschaft thronte. Zuvor wagten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die aufgeweichte Landschaft. Nach dem vielen Regen war der Untergrund allerdings entsprechend nass und die Wahl besonders dünner Schuhe erwies sich bereits nach den ersten hundert Metern als eher unglücklich.

Später erreichten wir den Ørteren und beschlossen spontan, dort Mittagspause zu machen. Der Rastplatz bot Sitzgelegenheiten direkt am Wasser und damit den perfekten Rahmen für ein ausgesprochen exklusives Menü: Chili con Carne aus der Dose. Mit Blick über den See schmeckte selbst das ziemlich gut. Überhaupt fallen uns auf dieser Reise immer wieder die schön angelegten norwegischen Rastplätze auf.

Kurz nachdem wir fertig waren, traf ein Reisebus ein und innerhalb weniger Minuten wurde der bislang ruhige Rastplatz ausgesprochen lebhaft. Für uns war das ein guter Zeitpunkt, die Fahrt fortzusetzen. Weiter ging es über die Hardangervidda Richtung Geilo, begleitet von weiteren Fotostopps und einer Landschaft, die auch ohne Sonnenschein nichts von ihrer Wirkung verlor.

In Geilo angekommen, war schon von Weitem zu erkennen, dass wir uns in einem Wintersportort befanden. Skigebiete, Hotels und Werbung für die kommende Saison bestimmten das Bild. Bis zur Saisoneröffnung im November wollten wir allerdings nicht warten. Stattdessen machten wir einen Abstecher ins örtliche Einkaufszentrum und anschließend noch einen Einkauf für die nächsten Tage.

Danach ging es zum Campingplatz. Wie so häufig in den vergangenen Tagen waren wir bei unserer Ankunft zunächst die einzigen Gäste. Ob das so bleibt, wird sich zeigen.

Jetzt folgt wieder unser inzwischen bestens eingespieltes Abendprogramm: Reisebericht schreiben, Bilder sortieren, die nächste Etappe vorbereiten und es uns gemütlich machen. Nach Vøringsfossen, Hardangervidda und unzähligen Eindrücken war das heute trotz des grauen Wetters ein richtig schöner Reisetag.

Oder eben: einfach nur Geilo.
Tag 19

1 Nacht
Tagesroute
Geilo - Røyse
Tageskilometer
175 km

Übernachtung

Topcamp Onsakervika

Adresse
Øvre Onsakerveien 643530 RøyseNorwegen
Kontakt
+47 32 15 73 33topcamp.no/topcamp-onsakervika
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Shop, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, WLAN, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Die Nacht war etwas unruhig. Wir schliefen beide nicht besonders gut und fanden irgendwann auch den Grund dafür: Die Heizung lief noch. Nachdem sie ausgeschaltet war, wurde die Nacht deutlich angenehmer. Am Morgen folgte das übliche Programm mit Dusche und einem eher überschaubaren Frühstück aus Kaffee, Joghurt und einem kleinen Stück Kuchen. Trotzdem waren wir pünktlich startklar und rollten bereits zwei Minuten vor neun vom Campingplatz.

Das Wetter versprach zunächst nicht viel. Ein kurzer Versuch der Sonne am frühen Morgen blieb genau das – ein Versuch. Danach ging es im Regen Richtung Süden. Unsere Erwartungen an den Tag waren entsprechend niedrig, doch inzwischen wissen wir, dass Norwegen selbst bei schlechtem Wetter immer wieder überraschen kann.

Die erste Überraschung kam in Form eines Straßenschildes: Stabkirche nach links. Natürlich bogen wir ab. Vor Ort mussten wir feststellen, dass die Kirche seit Ende August für Besucher geschlossen war. Für eine Runde um das Gebäude reichte es trotzdem. Auch von außen sind diese alten Holzkirchen immer wieder faszinierend – und inzwischen erkennen wir sie fast schon am charakteristischen Geruch des behandelten Holzes.

Wenig später folgte das nächste Schild: Bjørneparken. Eigentlich stand ein Wildpark heute überhaupt nicht auf dem Programm, doch Pläne sind schließlich dazu da, gelegentlich geändert zu werden. Also bogen wir erneut ab und beschlossen nach einem Blick auf das Tagesprogramm, uns den Park genauer anzusehen. Im Halbstundentakt waren verschiedene Tierfütterungen angekündigt – damit war unser ursprünglicher Zeitplan praktisch erledigt.

Los ging es mit den Bären. Aus wenigen Metern Entfernung zu beobachten, wie sich diese gewaltigen Tiere erstaunlich gemütlich hinsetzen und auf ihr Futter warten, war beeindruckend. Äpfel, Paprika, Melone und anderes Futter wurde teilweise direkt zu ihnen geworfen, teilweise im Gehege verteilt, damit sich die Bären zumindest ein wenig bewegen mussten.

Danach ging es weiter zu einem Leoparden. Das Tier war im Gehege zunächst kaum zu entdecken und erstaunlich gut getarnt. Erst sein auffälliger Schwanz verriet schließlich seinen Aufenthaltsort. Während der Fütterung musste es sich kleinere Leckerbissen erarbeiten, bevor zum Abschluss die eigentliche Mahlzeit folgte. Besonders positiv fiel uns auf, dass die Tierpfleger ihre Erklärungen auch auf Englisch gaben und damit internationale Besucher gut einbezogen.

Der nächste Programmpunkt wurde zu einem besonderen Erlebnis. Bei den Füchsen durften wir selbst mit ins Gehege. Nach einer kurzen Einweisung nahmen wir auf einer einfachen Bank Platz und bekamen jeweils ein kleines Stück Futter in die Hand. Auf Kommando wurden die Hände ausgestreckt – und wenige Sekunden später kamen die Füchse herangelaufen. Für einen kurzen Moment spürte man ihre raue Zunge auf der Handfläche und das Futter war verschwunden. Das Ganze durften wir gleich mehrfach wiederholen.

Viel Zeit zum Verarbeiten blieb allerdings nicht, denn der Zeitplan des Wildparks war inzwischen auch unser Zeitplan geworden. Weiter ging es zu den Wölfen. Zwei Tiere warteten bereits auf ihre Fütterung und beobachteten sehr genau, was die Pfleger taten. Auch hier gab es ausführliche Informationen über die Tiere und ihre Herkunft.

Anschließend folgte der Luchs. Diesmal wurden die Futterstücke zunächst im Gehege versteckt, bevor das Tier wieder hineingelassen wurde und sich auf die Suche machen musste. Im Nachbargehege hatten sich währenddessen zwei Bären eingefunden und beobachteten scheinbar interessiert das Geschehen. Später stellte sich allerdings heraus, dass ihr Interesse vermutlich weniger dem Luchs als dem anschließenden Programmpunkt galt.

Denn nun durften auch die Besucher die Bären füttern. Nach einer Einweisung bekam jeder etwas Futter und konnte es den Tieren reichen. Die Bären machten dabei einen ausgesprochen routinierten Eindruck und schienen jede unnötige Bewegung vermeiden zu wollen. Erst als die Pfleger das restliche Futter im Gelände verteilten, setzte sich Meister Petz etwas energischer in Bewegung.

Natürlich gab es noch deutlich mehr zu entdecken. Wir sahen unter anderem Elche, Rentiere, Alpakas und Schafe. Sogar einige Dinosaurier hatten ihren Weg in den Park gefunden. Nach mehr als vier Stunden beschlossen wir schließlich, die Rentierfütterung auszulassen und unsere eigentliche Reise fortzusetzen.

Unser Tagesziel war Topcamp Onsakervika am Tyrifjord. Nach der langen ungeplanten Pause im Wildpark ging es deshalb ohne weitere große Programmpunkte weiter zum Campingplatz. Dort folgte schließlich unser gewohntes Nachmittagsprogramm: Stellplatz beziehen, ankommen und den Tag langsam ausklingen lassen.

Aus einem zunächst verregneten Fahrtag, von dem wir nicht besonders viel erwartet hatten, wurde damit einer der überraschendsten Tage unserer Rückreise. Manchmal reicht eben ein Schild am Straßenrand – und der gesamte Tagesplan sieht plötzlich anders aus.
Tag 20

1 Nacht
Tagesroute
Røyse - Lerum
Tageskilometer
366 km

Übernachtung

Campingplatz Lerum

Adresse
Seglarvägen 25443 30 LerumSchweden
Ausstattung
Strom, Abwasser, Frischwasser, Waschmaschine, Wäschetrockner, Küche, WLAN, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Heute begann zum vorerst letzten Mal unser inzwischen bestens eingespieltes Morgenprogramm: gemeinsam duschen, frühstücken und anschließend den Camper reisefertig machen. Für die Duschen hatten wir eine Zugangskarte bekommen, die vor der Abfahrt noch zurückgegeben werden musste. Dabei stellten wir fest, dass unsere vermeintlich perfekte Abfahrtsroutine doch noch Verbesserungspotenzial hat – die Handtücher hingen weiterhin zum Trocknen am Heck des Campers. Also noch einmal kurz nachbessern, dann konnte es wirklich losgehen.

Für heute gab es eine eindeutige Vorgabe: Strecke machen. Das Wetter passte dazu und auch die überwiegend unkomplizierte Fahrt auf der E6 unterstützte unser Vorhaben. Entsprechend gibt es von der Strecke selbst diesmal tatsächlich nicht besonders viel zu berichten. Einen längeren Stopp legten wir an einem großen Einkaufs- und Rasthof in Schweden ein. Dort gab es etwas zu essen und der Camper bekam ebenfalls Nachschub. An der Tankstelle herrschte allerdings reger Betrieb – als eine der ersten größeren Tankmöglichkeiten nach der norwegischen Grenze hatte sie offensichtlich nicht nur uns angelockt.

Etwas interessanter wurde es bei der Durchfahrt durch Göteborg. Im Hafen lagen zwei große Schiffe und auch die weitläufigen Hafenanlagen waren beeindruckend. Die Dimensionen des Hafens ließen sich während der Fahrt zumindest erahnen. Für etwas zusätzliche Abwechslung sorgte das Navigationsgerät beziehungsweise unsere Interpretation seiner Anweisungen. Zweimal landeten wir nicht ganz dort, wo wir eigentlich hinwollten, fanden aber jeweils wieder auf die richtige Strecke zurück.

Danach wurde es wieder ein klassischer Fahrtag. Nach insgesamt etwa sechs Stunden erreichten wir schließlich Ställplats Lerum. Unsere Erwartungen an einen Stellplatz in der Nähe von Göteborg waren ehrlich gesagt nicht besonders hoch – umso größer war die Überraschung. Die Sanitäranlagen erwiesen sich sogar als die besten unserer bisherigen Reise: modern, sauber und ausgesprochen gepflegt.

Da der Nachmittag noch etwas Zeit übrig hatte, bekam auch der Camper wieder Aufmerksamkeit. Der letzte verbliebene Herstelleraufkleber wurde entfernt und damit war ein kleines Projekt der vergangenen Tage abgeschlossen. Anschließend konnten wir tatsächlich einfach einmal draußen sitzen. Bei etwas Sonne, Glühwein und Zitronenkuchen ließen wir den Nachmittag gemütlich ausklingen.

Zum Abendessen gibt es noch die Reste vom Kassler. Danach steht möglicherweise noch ein kleiner Spaziergang an, bevor wir uns für die Nacht fertig machen.

Morgen beginnt der letzte Abschnitt unserer Reise: Es geht weiter nach Trelleborg und am Abend auf die Fähre zurück nach Deutschland. Nach fast drei Wochen unterwegs ist das ein Gedanke, an den wir uns noch nicht so recht gewöhnen wollen.
Tag 21

1 Nacht
Tagesroute
Lerum - Trelleborg
Tageskilometer
334 km

Übernachtung

Skåne (Schiff)

Adresse
Norra Nyhamnsgatan 1A231 61 TrelleborgSchweden
Ausstattung
Shop, WLAN, Duschen, Toiletten
Campingplatz ansehen →

ROUTE

Route dieses Tages

KML Download

Karte wird geladen …

BEWERTUNG

Platz
Service
Sanitär
Gestern hatten wir unser morgendliches Standardprogramm etwas voreilig für beendet erklärt. Denn auch heute hieß es noch einmal: gemeinsam duschen, frühstücken und anschließend den Camper reisefertig machen. Diesmal gehörte dazu auch die Vorbereitung auf die Heimreise. Der Frischwassertank wurde bis auf etwa 20 Liter geleert, das Abwasser entsorgt und die Toilette gereinigt. Dabei bestätigte sich noch einmal unser ausgesprochen guter Eindruck von Ställplats Lerum: Für die Toilettenkassette stand sogar ein kostenloser Reinigungsautomat zur Verfügung. Ein wirklich gut ausgestatteter Platz und ein schöner Abschluss unserer Campingübernachtungen.

Danach ging es auf die E6 Richtung Süden. Bevor wir endgültig nach Trelleborg fahren wollten, hatten wir allerdings noch einen Zwischenstopp in Helsingborg eingeplant. Die Fahrt dorthin verlief ruhig und weitgehend unspektakulär. In Helsingborg angekommen, bestand die erste Herausforderung darin, die schwedischen Parkhinweise richtig zu verstehen. Mit etwas Unterstützung durch die Übersetzungsfunktion fanden wir schließlich einen kostenpflichtigen Parkplatz für zwei Stunden – und hatten bei der Standortwahl ausgesprochenes Glück: Bis zum Hafen waren es gerade einmal etwa 50 Meter.

Also ging es zunächst an die Hafenpromenade. Zahlreiche Segelboote lagen im Wasser und entlang der Promenade reihten sich kleine Restaurants und Cafés aneinander. Für den großen Betrieb waren wir noch etwas früh dran und viele bereiteten gerade erst die Öffnung vor. Wir spazierten ein Stück über die Mole und genossen den Blick aufs Wasser. Lediglich der intensive Geruch der angeschwemmten Algen störte die ansonsten schöne Atmosphäre etwas.

Anschließend ging es weiter in die Altstadt. Helsingborg überraschte uns positiv: Die Straßen und alten Gebäude hatten deutlich mehr Charme, als wir erwartet hatten. Unser Weg führte in Richtung Kärnan, dem weithin sichtbaren mittelalterlichen Turm oberhalb der Stadt. Noch bevor wir ihn erreichten, wartete allerdings ein mindestens ebenso interessantes Ziel – eine Eisdiele. Natürlich musste deren Qualität überprüft werden. Das Ergebnis fiel bei uns beiden eindeutig positiv aus.

Danach schlenderten wir noch etwas durch die Altstadt und ließen uns schließlich in einem Café nieder. Bei einem kleinen Snack und Kaffee genossen wir unsere letzte ungeplante Stadtpause dieser Reise, bevor wir gemütlich zurück zum Camper gingen.

Von Helsingborg führte uns die E6 anschließend weiter Richtung Trelleborg. Dort legten wir noch einen kurzen Einkaufsstopp ein und machten einen letzten kleinen Spaziergang am Strand. Dann war es tatsächlich so weit: Wir fuhren zum Fährhafen.

Bereits gegen 18 Uhr durften wir auf das Hafengelände fahren. Wir waren zunächst tatsächlich die einzigen Wartenden. Auch in den folgenden Stunden kamen nur wenige Fahrzeuge hinzu. Als wir gegen 22 Uhr schließlich auf die Fähre fahren konnten, blieb unser Fahrzeugdeck entsprechend ungewöhnlich leer.

Nach dem Abstellen des Campers begann das inzwischen vertraute Ritual: Kabine suchen. Diesmal wartete eine angenehme Überraschung auf uns – statt Etagenbetten hatten wir zwei normale Betten auf gleicher Höhe. Anschließend erkundeten wir noch einmal das Schiff. Bistro und Duty-free-Shop durften natürlich nicht fehlen, danach ging es noch für einen letzten Spaziergang hinaus aufs Deck.

Und selbstverständlich entstanden dabei auch die letzten Fotos.

Damit endet unsere letzte Nacht in Skandinavien. Hinter uns liegen drei Wochen voller Berge, Fjorde, Wasserfälle, Fähren, kleiner Straßen und unzähliger spontaner Abzweigungen. Heute Nacht bringt uns die Fähre zurück nach Deutschland.

Ein bisschen Wehmut fährt dabei definitiv mit.
Tag 22

Ein Tag unterwegs
Tagesroute
Rostock - nach Hause
Tageskilometer
565 km
Der nächste Morgen begann früh. Gegen 5:30 Uhr weckte uns eine freundliche Stimme aus dem Bordlautsprecher. Draußen waren bereits die ersten Lichter der deutschen Küste zu erkennen. Also noch einmal frisch machen, Sachen zusammenpacken und anschließend hinaus aufs Deck, um die Einfahrt in den Rostocker Hafen mitzuerleben.

Deutschland begrüßte uns ziemlich stürmisch. Während wir langsam in den Hafen einfuhren, lag ein weiteres Schiff vor uns und wenig später war die nächtliche Fährüberfahrt endgültig vorbei. Wir verließen die Fähre und fanden uns kurze Zeit später auf der Autobahn wieder.

Nach einem ersten Tankstellenstopp mit zwei Kaffee und zwei Brötchen lagen noch mehr als 400 Kilometer Heimweg vor uns. Landschaftlich konnte die deutsche Autobahn mit den vergangenen drei Wochen erwartungsgemäß nicht ganz mithalten. Berge, Fjorde, Wasserfälle und kleine kurvige Straßen waren endgültig verschwunden – heute ging es nur noch darum, nach Hause zu kommen.

Nach den letzten Stunden auf der Autobahn erreichten wir schließlich unser Ziel. Bevor der Camper endgültig abgestellt wurde, bekam er allerdings noch eine gründliche Wäsche. Der Staub und Schmutz der vielen kleinen Straßen und Schotterpisten verschwand und unser Globi sah wieder einigermaßen so aus wie vor der Abfahrt.

Danach wurde ausgeladen.

Und plötzlich war es vorbei.

Drei Wochen unterwegs durch Schweden und Norwegen, über kleine Küstenstraßen und hohe Bergpässe, vorbei an Fjorden, Wasserfällen und endlosen Landschaften. Wir haben Rentiere und Elche gesehen, vermutlich Orcas beobachtet, Bären und Füchse gefüttert, sind mit zahlreichen Fähren gefahren und haben mehr spontane Abzweigungen genommen, als ursprünglich geplant waren.

Nicht jeder Tag verlief nach Plan – und gerade daraus entstanden einige der schönsten Erlebnisse.

Damit endet unser Abenteuer Norwegen 2026.

Mit vielen Erinnerungen, sehr vielen Fotos und ziemlich sicher nicht zum letzten Mal.

ABSCHLUSS

Fazit der Reise

Drei Wochen Skandinavien liegen hinter uns – und am Ende bleibt vor allem die Erkenntnis, dass Norwegen ein Land ist, das sich nur schwer in einzelne Höhepunkte zerlegen lässt. Natürlich waren die Lofoten etwas Besonderes. Ebenso das verschneite Sognefjellet, die Weite der Hardangervidda, die unzähligen Fjorde und Wasserfälle oder die Fahrt über kleine Küstenstraßen und beeindruckende Brücken. Doch mindestens genauso in Erinnerung bleiben die ungeplanten Momente: ein Trampelpfad hinunter zu einem reißenden Fluss, eine spontan gewählte Schotterstraße, ein plötzlich auftauchender Elch am Straßenrand oder ein Wildpark, aus dem ein kurzer Zwischenstopp von mehr als vier Stunden wurde.

Das Wetter zeigte uns dabei fast alles, was der Norden im September zu bieten hat. Sonne, Regen, Nebel, kräftiger Wind und schließlich sogar Schnee im Hochgebirge wechselten sich regelmäßig ab. Gerade dadurch entstanden aber einige der schönsten Landschaftsbilder. Tiefhängende Wolken zwischen den Bergen, einzelne Sonnenstrahlen über einem Fjord oder eine fast mystische Fahrt durch Nebel und Hochland haben uns mindestens ebenso beeindruckt wie die wenigen Tage mit blauem Himmel.

Auch die Reise mit dem Camper hat sich wieder bewährt. Sie gab uns die Freiheit, Pläne kurzfristig zu ändern, Nebenstraßen auszuprobieren oder einfach dort anzuhalten, wo uns die Landschaft gefiel. Nicht jede Abzweigung führte zum erwarteten Ziel und nicht jeder Campingplatz erfüllte unsere Erwartungen. Dafür fanden wir andere Plätze, die uns positiv überraschten, und lernten erneut, dass eine gute Reise nicht daraus besteht, einen vorher festgelegten Plan möglichst exakt abzuarbeiten.

Wir haben Stabkirchen besucht, Wikingerschiffe gesehen, Bären und Füchse gefüttert, Rentiere und endlich auch einen Elch entdeckt und vermutlich sogar Orcas vor der Küste beobachtet. Wir sind über hohe Pässe, durch den längsten Straßentunnel der Welt, über die Hardangerbrücke und mit zahlreichen Fähren gefahren. Dazwischen gab es immer wieder Tage, an denen eigentlich nur Strecke gemacht werden sollte – und selbst diese hatten ihre eigenen kleinen Geschichten.

Norwegen 2026 war deshalb weniger eine Reise von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit als eine Reise durch eine außergewöhnliche Landschaft. Gerade die Mischung aus bekannten Zielen und spontanen Entdeckungen hat sie besonders gemacht.

Am Ende stehen viele Kilometer, unzählige Eindrücke und noch viel mehr Fotos. Vor allem aber bleibt das Gefühl, dass wir trotz drei Wochen längst nicht alles gesehen haben.

Und damit wahrscheinlich der beste Grund, irgendwann wiederzukommen.

ROUTE

Die gesamte Reise auf der Karte

Karte wird geladen …